Rahmenprogramm
ZEIT:verantwortung. Wem gehört die Zeit?Philosophisches RahmenprogrammDie Politische Philosophie beschäftigt sich mit Fragen der gerechten öffentlichen Ordnung. Der Uhrturm – als ein Symbol des geordneten öffentlichen Raumes – schafft eine verbindliche öffentliche Einteilung der Zeit und erinnert uns daran, dass jede öffentliche Ordnung in der Zeit steht und mit ihrer Zeitlichkeit umgehen muss. Im Mittelpunkt des philosophischen Rahmenprogramms steht daher die gesellschaftliche Verantwortung für und ein verantwortlicher Umgang mit unserer Zeit, mit der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft.
Die Struktur des Rahmenprogramms entspricht dem methodischen Selbstverständnis der Politischen Philosophie. Es geht darum,
Daher gibt es drei Arten von Veranstaltungen:
ExpertInnen diskutieren zentrale Fragen und Probleme der Zeit für die öffentliche Ordnung in einer internationalen Fachtagung und in einer Reihe von Veranstaltungen, zu denen die BürgerInnen eingeladen sind.
Informelles Lernen will sich mit gesellschaftspolitisch zentralen Themen in einer Weise auseinandersetzen, die anders anspricht und motiviert als der klassische Wissenschaftsbetrieb. Über eine Vielzahl von unterschiedlichen Herangehensweisen und Aktivitäten werden Menschen, je nach Alter, Bildungsstand und Interessen eingeladen, sich mit den Fragen, die das Thema Zeit für den öffentlichen Raum aufwirft, auseinanderzusetzen.
Die Politische Philosophie ist sich bewusst, dass ihr analytischer, theoretischer Ansatz zu den Fragen vom Verhältnis der öffentlichen Ordnung zur Zeit immer nur eine begrenzte Auseinandersetzung mit dem Thema ist. Kunst bietet die Möglichkeit, Denken noch einmal ganz anders zu inspirieren und auch solche Inhalte auszudrücken, die sich mit Prämissen und Ableitungen nicht immer ganz auf den Punkt bringen lassen. Unser fotografischer Ideenwettbewerb zielt darauf ab, diese Impulse der Kunst zu nutzen und einzuladen, sich sein persönliches Bild von der Zeit und dem verantwortungsbewussten Umgang mit ihr zu machen.
Die Inhalte des Rahmenprogramms stellen die Frage nach der Verantwortung für Zeit und nach einem verantwortlichen Umgang mit der Zeit. Gesellschaftliche Verantwortung für die VergangenheitStaaten, Nationen und auch Städte stehen als generationenübergreifende Institutionen immer wieder in der Pflicht, auch noch heute für die Entscheidungen (und Fehler) ihrer Vorfahren Verantwortung zu übernehmen. Die philosophische Fachdebatte diskutiert, nach welchen Prinzipien diese Verantwortung zu interpretieren ist und welche Pflichten sich daraus für die heute lebenden BürgerInnen ergeben. Im Rahmen des informellen Lernens werden die Debatten zum Umgang mit historischem Unrecht, aber auch zur Bewahrung historischer Kulturgüter mit den BürgerInnen weitergeführt. Über Initiativen und Veranstaltungen wie Erzählcafés und Biographiearbeit werden die Theorie mit der Praxis, die grundsätzlichen Überlegungen mit dem erlebten Leben, verknüpft. Die gesellschaftliche Verantwortung für die Vergangenheit kann auch künstlerisch verstanden und verwirklicht werden. Graz ist reich an Kunstwerken mit offensichtlichem Zeitbezug, und es bietet sich an, diesen Reichtum in einem Fotowettbewerb in den Blick zu nehmen. Gesellschaftliche Verantwortung für die GegenwartEine der ersten Assoziationen, die der moderne Mensch zum Thema Zeit hat, ist ihr permanenter Mangel. Es bleibt, so scheint es, nie genug Zeit für die Familie, für Sport, für gesellschaftliches Engagement oder auch nur zum wirklich Ausspannen. Andererseits gibt es in unserer Gesellschaft auch Menschen, die zu viel Zeit haben, die beispielsweise aufgrund von Arbeitslosigkeit Zeit im Überfluss, aber keine Perspektive haben, sie auch sinnvoll zu nutzen. Hier stellen sich nicht nur Fragen des individuellen Lebensvollzugs sondern auch kritische Fragen an die gesellschaftliche Ordnung: Wie ist Erwerbsarbeit gerecht zu verteilen? Wie die Familienarbeit? Wie kann Zugang zu sinnvollen Tätigkeiten auch im Alter sicher gestellt werden? Informelles Lernen bietet vielfältige Möglichkeiten, diese Fragen aufzuwerfen und miteinander zu bedenken. Eine Einladung zur Mitwirkung soll Grazer Initiativen, die sich mit diesen Fragen befassen, einbeziehen. Gesellschaftliche Verantwortung für die ZukunftGerade heute stehen wir vor einer Reihe politischer Herausforderungen, welche die Frage nach unseren Pflichten gegenüber zukünftigen Generationen aufwerfen. Dazu gehören unter anderem Klimawandel und Umweltschutz, das Phänomen der alternden Gesellschaft und ihrer Folgen für unsere Sozialversicherungen und Pflegeeinrichtungen sowie Bildungsgerechtigkeit. Eine weitere Frage – diese betrifft gesellschaftliche Verantwortung für Vergangenheit und Zukunft zugleich – ist, wie viel angesichts klammer Kassen für die Bewahrung von Kulturgütern ausgegeben werden soll. Auf der Ebene der politischen Philosophie bietet es sich an, die in Graz vorhandene Expertise zum Thema Klimawandel und Klimagerechtigkeit zu mobilisieren und eine internationale Fachtagung zur Zeitdimension in den Debatten um Klimagerechtigkeit zu organisieren. Informelles Lernen bietet Möglichkeiten zur zivilgesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Fragen der Zukunftsverantwortung. Eine Einladung zur Mitwirkung geht an alle Grazer Initiativen, die sich bereits mit diesen Herausforderungen der Zukunft beschäftigen mit der Aufforderung sich mit ihren Ansätzen und Anliegen einzubringen.
Einführende Diskussion des Rahmenprogramms und des Themas:31. Mai 2011: Eröffnungsroundtable zum Thema „Wem gehört die Zeit?“ Die Eröffnungsveranstaltung für die Ausstellung und ihr Rahmenprogramm ist ein Roundtable, bei dem Vertreter der drei strukturellen Ebenen (Politische Philosophie, Informelles Lernen, und Kunst im öffentlichen Raum) das Thema „Wem gehört die Zeit?“ diskutieren. Der Roundtable stellt so auch das Konzept des Rahmenprogramms mit seinen drei Ebenen vor. Weitere Informationen finden Sie hier.
Wissenschaftliche Ebene:13. bis 15. September 2011: Internationale Fachtagung „Die Zeitdimensionen in Debatten zur Klimagerechtigkeit“ Im Rahmen dieser internationalen Fachtagung soll die Zeitdimension in Argumenten der politischen Philosophie anhand des Themas Klimagerechtigkeit in den Blick genommen werden. Für das Thema Klimagerechtigkeit stellen sich in besonderer Weise Herausforderungen mit Blick auf die Zeitdimension. Weitere Informationen finden Sie hier.
Ebene des Informellen Lernens:Donnerstags von 17 bis 19 Uhr (ab 9.Juni 2011): denk:ZEIT:raum Ort: Ausstellungsgelände am Schloßberg Der denk:ZEIT:raum lädt die Öffentlichkeit ein, zum einen unterschiedliche Perspektiven und Konzeptionen von Verantwortung für Zeit zu entwickeln, die in Impulsreferaten mit anschließenden Diskussionen zur Frage „Wie definieren wir Zeit?“ behandelt werden sollen und zum anderen Modelle und Projekte zu entwerfen, wie diese Verantwortung gelebt werden kann. Die Gestaltung dieser Vorschläge steht allen Beteiligten frei und reicht von Erzählcafés zur Biographiearbeit bis hin zum freien Malen. Neben der Möglichkeit, spannende Ideen mit interessierten MitdenkerInnen in einem ansprechenden Raum zu diskutieren, wird die Nennung im Programm, die Einbindung und Begleitung auf konzeptioneller Ebene, sowie die Dokumentation im Web bzw. in einer geplanten Publikation geboten. Weitere Informationen finden Sie hier.
Täglich von Dienstag bis Sonntag: Ausstellung ZEIT:maschinen Ort: Ausstellungsgelände am Schloßberg Eröffnung: 31. Mai 2011 Ausstellungsdauer: 1. Juni bis 18. September 2011
Künstlerische Ebene:Bis 8. Juli 2011: Fotografischer Ideenwettbewerb „Mach dir ein Bild von der Zeit“ In einem fotografischen Ideenwettbewerb ermutigen wir Menschen jeden Alters, sich auf künstlerischer Ebene mit folgenden Fragen zu probieren: Wie sehen wir Zeit? Wem gehört die Zeit? Wie sieht der Umgang mit Zeit in Graz aus? Können wir Zeit überhaupt sehen? Eine eigene Einladung zur Mitwirkung wird im Januar versandt. Ausgewählte Fotos werden im stadtmuseumgraz gezeigt. Zusammenarbeit mit dem stadtmuseumgraz und der Kulturvermittlung Steiermark. Weitere Informationen finden Sie hier. Im August 2011: Fotoausstellung einer Auswahl der eingesandten Bilder Ort: stadtmuseumgraz Ende August 2011: Preisverleihung Fotowettbewerb Ort: stadtmuseumgraz Die Ausschreibung finden Sie hier.
Abschließende Diskussion zum Projekt ZEIT:maschinen:verantwortung18. September 2011: Schlussroundtable zum Thema „Wem gehört die Zeit?“
Als Abschlussveranstaltung gibt es dann wieder einen Roundtable bei dem die TeilnehmerInnen der Eröffnungsveranstaltung ihr gemeinsames Fazit zu den vergangenen Veranstaltungen, Impulsen und der Frage ‚Wem gehört die Zeit?‘ entwickeln. Weitere Informationen finden Sie hier.
Koordination und Konzeption: Dr. Alexa Zellentin Konzeptionelle Begleitung: Dr. Barbara Reiter Wissenschaftliche Begleitung: Univ.-Prof. Dr. Lukas Meyer Pressearbeit: Mag. Christine Wilhelm Roundtables: Dr. Barbara Reiter und Dr. Alexa Zellentin denk:ZEIT:raum: Dr. Barbara Reiter und Dr. Alexa Zellentin Konferenz: Dr. Lukas Meyer, Mag. Pranay Sanklecha und Dr. Alexa Zellentin Fotowettbewerb: Max Aufischer, Dr. Barbara Reiter und Dr. Alexa Zellentin Dokumentation: Mag. Christine Wilhelm und Dr. Alexa Zellentin Webseite: Alexander Hechtl Support: Studentische Mitarbeiter
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